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Was ist psychische Gesundheit und wie pflege ich sie?

1. Sept.
5 Min. Lesezeit

Was bedeutet psychische Gesundheit?

Psychische Gesundheit beschreibt unser psychisches und emotionales Wohlbefinden und das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Dazu gehören unter anderem ein gesundes Selbstwertgefühl, eine stimmige Beziehung zu sich selbst und zur Umwelt, ein Gefühl für die eigene Identität sowie die Fähigkeit, mit Gefühlen und Belastungen umzugehen. Psychisch gesund zu sein bedeutet dabei nicht, sich immer gut, entspannt oder ausgeglichen zu fühlen. Vielmehr zeigt sich psychische Gesundheit auch darin, sich selbst und die eigenen Gefühle regulieren zu können, nährende Beziehungen einzugehen und sich auf eine stimmige Weise am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen.


Salutogenese: Was hält uns psychisch gesund?

Ein hilfreicher Blick darauf ist das Konzept der Salutogenese nach Aaron Antonovsky. Diese beschäftigt sich mit der Frage, was uns hilft, auch unter Belastung möglichst gesund zu bleiben. Gesundheit und Krankheit sind dabei keine zwei voneinander getrennten Zustände. Wir bewegen uns im Laufe unseres Lebens immer wieder zwischen diesen beiden Polen. Manchmal fühlen wir uns kraftvoll, verbunden und stabil, manchmal erschöpft, verunsichert oder aus dem Gleichgewicht gebracht. Entscheidend ist nicht, Belastungen vollständig zu vermeiden, sondern welche Möglichkeiten wir haben, mit ihnen umzugehen und immer wieder Zugang zu unseren eigenen Ressourcen zu finden.


Das lässt sich schön mit dem Bild eines Flusses beschreiben: Das Leben fliesst nicht immer ruhig und gleichmässig. Es gibt sanfte Abschnitte, aber auch Strömungen, Hindernisse und manchmal ziemlich wildes Wasser. Wir können nicht beeinflussen, was uns auf unserem Weg alles begegnet. Aber wir können lernen, uns im Wasser besser zu orientieren, unsere Kräfte einzuteilen, hilfreiche Ressourcen zu nutzen und Unterstützung anzunehmen, wenn wir sie brauchen. Das sogenannte Kohärenzgefühl beschreibt, dass das eigene Leben trotz aller Herausforderungen grundsätzlich verstehbar, handhabbar und sinnvoll erscheint. Verstehbar bedeutet: Ich kann einordnen, was gerade mit mir geschieht. Handhabbar bedeutet: Ich habe eigene Ressourcen oder weiss, wo ich Unterstützung finde. Sinnhaft bedeutet: Ich erlebe mein Leben und mein Handeln als bedeutsam und finde etwas, wofür es sich lohnt, mich einzusetzen.


Gerade für die psychische Gesundheit finde ich diesen Blick sehr entlastend: Es geht nicht darum, dauerhaft in einem perfekten Gleichgewicht zu sein. Es geht darum, die eigenen Ressourcen zu kennen, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen und immer wieder Wege zurück zu mehr Stabilität, Verbundenheit und Lebendigkeit zu finden.


Infografik zur Salutogenese als Orientierung für psychische Gesundheit: Frau schwimmt im Fluss zwischen Krankheit und Gesundheit, mit deutschem Text.

Woran merke ich, dass meine psychische Gesundheit mehr Aufmerksamkeit braucht?

Ein gutes Indiz dafür, dass etwas mehr Fürsorge nötig sein könnte, ist dein empfundenes Energielevel. Wenn du merkst, dass du häufig müde, angespannt oder gestresst bist, lohnt es sich, deiner psychischen Gesundheit bewusst mehr Aufmerksamkeit zu schenken.


Wenn sich deine Batterien bereits leer anfühlen und Gefühle schwer, verwirrend oder vielleicht auch leer werden, ist es sinnvoll, dir frühzeitig Unterstützung zu organisieren. Vielleicht findest du diese in deinem persönlichen Umfeld. Wenn das nicht möglich ist oder dir Unabhängigkeit, Vertraulichkeit und eine professionelle Begleitung wichtig sind, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten – von der Hausärztin über psychologische Beratung und Coaching bis zu Psychotherapie oder körperorientierten therapeutischen Angeboten. Wichtig ist im ersten Schritt vor allem, dass du Vertrauen entwickeln kannst und dich mit der Person wohlfühlst.


Wie kann ich meine psychische Gesundheit stärken?

Es gibt viele Möglichkeiten, deine psychische Gesundheit zu pflegen und deine Ressourcen zu stärken.

  • Lerne deine Stressoren kennen - in welchen Situationen fühlst du dich gestresst? Stressoren sind Reize, die eine Reaktion und aktive Anpassung von dir erfordern, weil die Situation nicht im entspannten Zustand bewältigt werden kann. Wie kündigt sich bei dir eine solche Stressreaktion an? Was könnte eine Lösung sein, damit sich die Reaktion nicht aufstaut und unangenehm wird? Versuche dein Stresslevel frühzeitig zu regulieren.

  • Achte auf deine Körpersignale - Spürst du Durst, Hunger, Müdigkeit, Anspannung oder das Bedürfnis nach Bewegung und Rückzug? Nimm diese Signale wahr und ernst. Gönn dir genügend Pausen, Schlaf, Bewegung und frische Luft. Unser körperliches und psychisches Wohlbefinden beeinflussen sich gegenseitig.

  • Pflege Inseln der inneren Ruhe - Schaffe dir bewusst Raum und Zeit, in denen du zur Ruhe kommen kannst. Das kann durch Selbsthypnose, Meditation, Singen, Yoga, bewusstes Atmen oder einen Aufenthalt in der Natur geschehen. Vielleicht findest du auch in dieser SRF-Dokumentation Inspiration: https://www.youtube.com/watch?v=4xNbukSnyVM

  • Kreiere dir ein Helfernetzwerk - der Mensch ist ein soziales Wesen. Pflege soziale Kontakte und schaffe dir ein positives Umfeld. Mit welchen Menschen verbringst du gerne Zeit? Welche Begegnungen tun dir gut? Bei wem kannst du dich zeigen, wie du bist? Pflege diese Kontakte und hole dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.


Psychische Gesundheit ganzheitlich betrachten

Manchmal ist es trotzdem schwierig zu wissen, wo man beginnen soll. In der körperzentrierten psychologischen Beratung und Psychotherapie nach IKP bietet das anthropologische Würfelmodell nach Dr. med. Yvonne Maurer eine Orientierung. Es hilft dabei, den Menschen ganzheitlich zu betrachten und nicht ausschliesslich auf ein einzelnes Symptom oder Problem zu fokussieren.


Das Modell unterscheidet sechs miteinander verbundene Lebensdimensionen:

  1. Körper: Körperempfinden, Sexualität, Bewegung, Haltung und Körperausdruck.

  2. Geist: Gedanken, Überzeugungen, Selbstbild und die Art, wie wir Dinge wahrnehmen.

  3. Seele: Werte, Sinnfragen, das, was unserem Leben Bedeutung gibt und/oder Spiritualität.

  4. Raum: die Umgebung, in der wir leben, arbeiten und uns bewegen.

  5. Zeit: Erfahrungen der Vergangenheit, Vorstellungen der Zukunft und das Hier-und-Jetzt.

  6. Kontakt: Beziehungen, Familie, Freundschaften, Beruf und das Eingebundensein in die Welt.


Diese verschiedenen Lebensdimensionen beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb kann es manchmal hilfreich sein, nicht nur dort anzusetzen, wo sich ein Problem unmittelbar zeigt, sondern gemeinsam zu schauen, wo neue Bewegung, Entlastung oder Stärkung möglich wird.

Diese Grundhaltung des IKP fliesst in meine Arbeit als Psychologischer Mental-Coach, Sexologische Beraterin und Psychologische Beraterin ein – meist ganz selbstverständlich und ohne, dass du dich mit den einzelnen Modellen beschäftigen musst.


Möchtest du deine psychische Gesundheit bewusster stärken?

Wenn du denkst, dass dich dieser ganzheitliche Blickwinkel bei deiner psychischen Gesundheit unterstützen kann, du aber noch Fragen hast, dann melde dich gerne bei mir für ein Kennenlernen:


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Zudem habe ich dir für deine Reflexion ein Hilfsmittel erstellt, das du gerne auch an einen Termin mit mir mitbringen kannst:



Wie pflegst du deine psychische Gesundheit? Was tut dir gut, um deine Batterien aufzuladen und wie merkst du, dass dein Energielevel absinkt?


Ich freue mich, von dir zu lesen!


Herzlich, Oriana Chiandusso

Psychologische Beratung & Coaching in Bern und Online



Über die Autorin

Oriana Chiandusso begleitet Menschen als körperzentrierte psychologische Beraterin, Coach und sexologische Beraterin in Bern und online. In ihrer Arbeit verbindet sie psychologisches Wissen mit Körperwahrnehmung, Selbstregulation und einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen. Ein besonderer Fokus liegt auf Stress- und Schutzmustern, Selbstwert, Beziehungen, Verkörperung und der Frage, welche Ressourcen Menschen dabei unterstützen, sich sicherer, freier und lebendiger zu erleben. Neben ihrer Beratungstätigkeit vermittelt sie ihr Wissen als Dozentin und in Seminaren und Retreats.



Häufige Fragen zur psychischen Gesundheit


Was bedeutet psychische Gesundheit?

Psychische Gesundheit bedeutet nicht, immer glücklich oder ausgeglichen zu sein. Sie beschreibt vielmehr die Fähigkeit, mit Gefühlen, Belastungen und Veränderungen umzugehen, sich selbst zu regulieren, Beziehungen zu gestalten und auf unterstützende Ressourcen zurückgreifen zu können.


Woran erkenne ich, dass meine psychische Gesundheit belastet ist?

Mögliche erste Hinweise sind anhaltende Müdigkeit, innere Anspannung, Gereiztheit, Schlafprobleme, kreisende Gedanken, Rückzug oder das Gefühl, dass die eigenen Batterien immer leerer werden. Entscheidend ist weniger ein einzelnes Zeichen als die Frage, wie stark und wie lange dich Veränderungen belasten.


Was kann ich tun, um meine psychische Gesundheit zu stärken?

Hilfreich sind unter anderem ausreichend Schlaf und Erholung, Bewegung, soziale Kontakte, ein bewusster Umgang mit Stress, regelmässige Momente der Ruhe und ein gutes Gespür für die eigenen körperlichen und emotionalen Bedürfnisse. Auch das Wissen darüber, was dir persönlich Kraft gibt, stärkt deine psychischen Ressourcen.


Was bedeutet Salutogenese für die psychische Gesundheit?

Die Salutogenese nach Aaron Antonovsky fragt danach, was Menschen dabei unterstützt, trotz Belastungen gesund zu bleiben. Eine wichtige Rolle spielt das Kohärenzgefühl: das Erleben, dass das eigene Leben grundsätzlich verstehbar, handhabbar und sinnvoll ist.


Wann sollte ich professionelle Unterstützung suchen?

Professionelle Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn Belastungen über längere Zeit bestehen, deine Lebensqualität deutlich einschränken oder deine eigenen Ressourcen nicht mehr ausreichen. Du musst jedoch nicht warten, bis eine Krise entsteht. Auch frühzeitige Beratung kann helfen, Belastungen einzuordnen, Ressourcen zu stärken und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.



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