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Wege aus der emotionalen Erschöpfung

Wir leben in einer Welt voller Reize und Aktivitäten im Aussen. Die leise innere Stimme, die sich nach einem nährenden Umfeld sehnt, wird oft überhört und die entsprechenden Gefühle verdrängt. Wie können wir aus dieser Zwickmühle aussteigen?


Welche Gefühle sind erlaubt?

Wir leben in einer Zeit, in der unsere Sinneswahrnehmungen einseitig überreizt und kaum nachhaltig genährt werden. Damit meine ich, wie wir heute über digitale Medien miteinander kommunizieren, am Bahnhof, im Fernsehen und im Grossraumbüro mit akustischen Geräuschen überschüttet werden und im Gegenzug im Alltag kaum mehr mit der Natur verbunden sind.

Würden wir dieser Reizüberflutung Raum geben, müssten wir uns Gefühle von Frust, Wut und Verzweiflung erlauben. Wir würden also wütend durch den Bahnhof laufen und fluchen. Dieses Verhalten ist in der Gesellschaft ganz und gar nicht erwünscht. Zum Glück haben wir als Kind gelernt, uns anzupassen und unerwünschte Gefühle "im Zaum zu halten". Das macht das Miteinander deutlich angenehmer.


Deswegen erschöpfen uns unterdrückte Gefühle

Doch diese Übersteuerung der Gefühle hat einen grossen Nachteil. Sie bindet wertvolle Energie, die wir nur in einem bestimmten Kontingent zur Verfügung haben. Maja Storch nennt diese Übersteuerung in ihrem Buch (siehe unten) ganz frech "den Wurm würgen". Da ist ein Teil in uns, den wir zwingen, etwas zu tun, das er eigentlich nicht möchte.

Tun wir dies zu oft,  entstehen subtil anhaltende Müdigkeit, Reizbarkeit und innere Leere und wir beginnen, uns nicht mehr in unserem Körper wohlzufühlen. Denn wenn wir unsere Gefühle regelmässig unterdrücken, speichert unser Körper diese ungelösten emotionalen Spannungen, welche sich als psychosomatische Symptome (z.B. chronische Verspannungen oder Schmerzen) bemerkbar machen können. Der Prozess des 'Wurms Würgens' erschöpft uns also nicht nur mental, sondern wirkt sich auch direkt auf unser körperliches Wohlbefinden aus.


Wege aus der Erschöpfung

Wir dürfen lernen, wieder einen Alltag zu gestalten, der uns nicht erschöpft. Diese "Umgestaltung" hat im ersten Schritt viel mit Selbst-Achtsamkeit zu tun. Achtsames Atmen, bewusstes Wahrnehmen der Umgebung und langsame Körperbewegungen können helfen, die Sinne zu schärfen und die Verbindung zum inneren Selbst zu stärken. Der Fachbegriff dafür ist "Sensory Awareness". Dies ist eine körperorientierte Achtsamkeits-Praxis und ein sehr kraftvolles Werkzeug, um den Alltag wieder als nährend wahrzunehmen.


Innere Signale als Entscheidungshilfe

Unsere Gefühle sind eng mit unserem Körper verbunden. Der achtsame Umgang mit Sinneswahrnehmungen hilft auch, den Kontakt zur eigenen Gefühlswelt wiederherzustellen und Gefühle in den Fluss zu bringen. Regelmässige innere Check-Ins, bei denen Körperempfindungen und emotionale Zustände bewusst wahrgenommen werden, sind essenziell, um das eigene Handeln immer wieder mit den inneren Werten abzugleichen. Dies ist ein einfacher Schritt zur Selbstkenntnis und inneren Klarheit.


Abschliessende Worte

Aus einem körperorientierten psychotherapeutischen Standpunkt aus betrachtet, ist es entscheidend, einen Zugang zur emotionalen und körperlichen Selbstwahrnehmung zu finden. Dies ermöglicht, unterdrückte Gefühle zu identifizieren, zu verstehen und schliesslich auf eine Weise zu verarbeiten, die sowohl der psychischen als auch der physischen Gesundheit zugutekommt. Also vom Kopf in den Körper zu kommen.

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Weiterführende Informationen:


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